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Voyage MPD konfigurieren

Voyage MPD als Standalone USB-Musikserver konfigurieren

Eine besondere Empfehlung ist Voyage MPD. Diese extrem abgespeckte Linux-Distribution ist auf audiophile Musikwiedergabe optimiert und punktet gerade in Version 0.9.5 mit einigen Features:

  • Realtime Kernel (3.14.12)
  • Realtime ALSA als Kernel Modul
  • Realtime MPD in der Version 0.17.6
  • Native DSD Support
  • Grafisches Frontend (remote per Web-Browser) für die Musikwiedergabe, die Netzwerkeinstellungen und die MPD-Konfiguration
Nachfolgend wird die Konfiguration von Voyage MPD 0.9.5 als Standalone USB-Audio-Server beschrieben so dass das Gerät - angeschlossen an einen DAC - als HiFi-Baustein ohne Maus, Tastatur und Monitor in eine bestehende Anlage integiert werden kann. Die Bedienung von Voyage MPD erfolgt dann remote per App bequem vom Smartphone oder Tablet-PC aus.
Für die Installation einer aktuellen Version empfiehlt sich der Download der sogenannten Live-CD.

Der Boot-Datenträger wird - wie unter Debian mit Realtime-Kernel beschrieben - erstellt.

ACHTUNG: Voyage MPD verfügt über kein grafisches Installations-Frontend. Die Installation erfolgt über die Eingabeaufforderung (Prompt). Voreingestellt ist hier das englische Tastaturlayout, d.h. auf deutschen Tastaturen sind für die folgenden Zeichen die folgenden Tasten zu benutzen:

Englisches
Zeichen:
Taste auf deutscher
Tastatur:
y z
/ -
- ß

Sollte während der obigen Schritte die folgende Fehlermeldung auftauchen ("INIT: Id "T0" respawning too fast: disabled for 5 minutes"), einfach ignorieren und "ENTER" drücken um weiter zu arbeiten.



A) Standard Installation von Voyage MPD


Nach dem Booten des Systems startet der Aufruf des Live-Systems vom USB-Stick nach einer kleinen Wartezeit automatisch. Kurz danach erscheint die Eingabeaufforderung, hier kann man sich mit "User: root" und "Passwort: voyage" einloggen:
Debian GNU/Linux 7 voyage tty1
voyage login: root
Jetzt kann mit der Installation begonnen werden.
Abweichend von der Installationsanleitung auf der Website geht man hier wie folgt vor:
mkdir /tmp/root
mount -o loop /lib/live/mount/medium/live/filesystem.squashfs /tmp/root/
cd /tmp/root
mkdir /tmp/cf

Danach wird die Festplatte mit dem Dateisystem ext2 formatiert (und damit alle darauf befindlichen Daten gelöscht!):
/usr/local/sbin/format-cf.sh /dev/sda (je nach Festplatte auch "hda" etc.)

Die eigentliche Installation wird dann mit dem folgenden Befehl gestartet (dieser muss einmal mit "ENTER" bestätigt werden):
/usr/local/sbin/voyage.update

Darauf erscheint die erste Auswahl des eigentlichen Installationsmenüs und man bestätigt hier die "default"-Einstellung mit "1"
What would you like to do?
  1 - Create new Voyage Linux disk
  2 - Update existing Voyage configuration
  3 - Exit
	  (default=1 [Create new Voyage Linux disk]): 1
Weiter geht's mit den "mandatory Options"...
some mandatory options are unset, please enter them interactively
Where is the Voyage Linux distribution directory?
  (default=/tmp/root): /tmp/root
Die Konfigiration des "Target Profils" wird mit "2" gestartet:
What would you like to do?
  1 - Specify Distribution Directory
  2 - Select Target Profile - this overwrites current settings
  3 - Select Target Disk
  4 - Select Target Bootstrap Loader
  5 - Configure Target Console
  6 - Partition and Create Filesystem
	  (default=2 [Select Target Profile - this overwrites current settings]): 2
Je nach System wählt man hier seine Hardware (bei Intel ATOM basierenden Systemen z.B. "9 - Generic PC")
Please select Voyage profile:
  1 - Keep existing settings
  2 - 4501
  3 - 4511/4521
  4 - 4801
  5 - 5501
  6 - 6501
  7 - ALIX
  8 - APU
  9 - Generic PC
  10 - Notebook (pcmcia)
  11 - WRAP
	  (default=7 [ALIX]): 9
Jetzt ruf man mit "3" die Konfiguration der Zielfestplatte des Systems auf
What would you like to do?
  1 - Specify Distribution Directory
  2 - Select Target Profile - this overwrites current settings
  3 - Select Target Disk
  4 - Select Target Bootstrap Loader
  5 - Configure Target Console
  6 - Partition and Create Filesystem
	  (default=3 [Select Target Disk]): 3
Bei USB-Audio-Servern mit nur einer SATA-Disk ist z.B. "/dev/sda" auszuwählen und die Partition "1" zu partitionieren
Partitions information
major minor  #blocks  name
   8        0  312571224 sda
   8        1  312568832 sda1
   8       16    3915776 sdb
   8       17    3915712 sdb1
   7        0      77700 loop0
   7        1      77700 loop1
Which device accesses the target disk [/dev/hde]? /dev/sda
Which partition should I use on /dev/sda for the Voyage system [1]? 1
Nachdem die Partitionstabelle festgelegt wurde wird das Laufwerk gemountet.
Where can I mount the target disk [/tmp/cf]? /tmp/cf
Damit der Voyage-MPD-Server direkt von der Festplatte bootet muss der grub-Bootloader in Partition 1 installiert werden:
What would you like to do?
  1 - Specify Distribution Directory
  2 - Select Target Profile - this overwrites current settings
  3 - Select Target Disk
  4 - Select Target Bootstrap Loader
  5 - Configure Target Console
  6 - Partition and Create Filesystem
	  (default=4 [Select Target Bootstrap Loader]): 4
Which loader do you want (grub or lilo) [grub]? grub
Which partition is used for bootstrap [1]? 1
 
Danach noch die "Target-Console" mit der Option "5" bzw. "2" für ein klassisches Terminal für den Remot-Zugriff festlegen...
What would you like to do?
  1 - Specify Distribution Directory
  2 - Select Target Profile - this overwrites current settings
  3 - Select Target Disk
  4 - Select Target Bootstrap Loader
  5 - Configure Target Console
  6 - Partition and Create Filesystem
	  (default=5 [Configure Target Console]): 5
Select terminal type:
  1 - Serial Terminal
  2 - Console Interface
	  (default=2 [Console Interface]): 2
... und die Partitionstabelle und das Filesystem einrichten lassen
What would you like to do?
  1 - Specify Distribution Directory
  2 - Select Target Profile - this overwrites current settings
  3 - Select Target Disk
  4 - Select Target Bootstrap Loader
  5 - Configure Target Console
  6 - Partition and Create Filesystem
	  (default=6 [Partition and Create Filesystem]): 6
 
Je nachdem was man mit dem Installationsmedium tun möchte wählt man "1" und kopiert das System auf die Festplatte:
What shall I do with your Flash Media?
  1 - Partition Flash Media and Create Filesystem
  2 - Use Flash Media as-is
	  (default=1 [Partition Flash Media and Create Filesystem]): 1
What would you like to do?
  1 - Specify Distribution Directory
  2 - Select Target Profile - this overwrites current settings
  3 - Select Target Disk
  4 - Select Target Bootstrap Loader
  5 - Configure Target Console
  6 - Partition and Create Filesystem
	  (default=7 [Copy Distribution to Target]): 7	  
Dann zeigt einem die Installationsroutine die anzulegenden Verzeichnisse, die man mit "y" (deutsche Tastatur="z") bestätigen kann. Das Einrichten kann dann je nach Größe der Festplatte einige Zeit dauern.
Configuration details:
----------------------
Distribution directory:   /tmp/root
Disk/Flash Device:        /dev/sda
Installation Partition:   /dev/sda1
Bootstrap Partition:      /dev/sda1
Will be mounted on:       /tmp/cf
Target system profile:    Generic PC
Target console:           standard
Bootstrap installer:      grub
Bootstrap partition:      /dev/sda1
OK to continue (y/n)? y
Nachdem alles erledigt ist kann man mit Option "8" die Installtion verlassen.
What would you like to do?
  1 - Specify Distribution Directory
  2 - Select Target Profile - this overwrites current settings
  3 - Select Target Disk
  4 - Select Target Bootstrap Loader
  5 - Configure Target Console
  6 - Partition and Create Filesystem
	  (default=8 [Exit]): 8
Mit dem Befehl "reboot" in der Konsole startet man das Syystem neu und wartet, bis das Prompt die Aufforderung zum Entfernen des USB-Installationsmediums zeigt:
Please remove USB flash drive and press ENTER to continue
Nachdem man den USB-Stick entfernt und "ENTER" gedrückt hat startet Voyage Linux von der Festplatte. Jetzt kann man sich mit dem vorherigen Login ("root / voyage") auf dem frisch installierten System anmelden.

B) Remote-Zugriff per Web-Frontend


Mit einem Webbrowser kann man sich recht komfortabel über die Adresse "https://voyage.local" von einem anderen PC in das Meshlium Manager System einloggen (User / Passwort = root / voyage) und hat Zugriff auf die Netzwerkeinstellungen, MPD-Konfiguration, einige Tools und kann die Musik-Wiedergabe steuern. Wenn "https://voyage.local" nicht funktioniert lässt sich mit dem Befehl "ifconfig" auf der Voyage Konsole die aktuell vom Voyage-MPD Audio-Server verwendete IP-Adresse anzeigen und nutzt diese (https://IP-ADRESSE).

C) Erweiterte Installation von Voyage MPD als Standalone USB-Musik-Server


Damit aus dem per Web-Frontend bedienbaren Voyage MPD ein fernbedienbarer "standalone" Musik-Server wird sind noch einge Dinge zu tun.

1) Festplatte beschreibbar machen

Um Installationen und Modifikationan am System durchführen zu können muss die Festplatte beschreibbar gemacht werden. Dies erfolgt direkt nach dem Einloggen auf der Konsole oder über SSH mit
remountrw


2) Samba installieren

Der File-Server Samba wird benötigt, um von einem anderen Gerät Dateien auf den Voyage MPD Server zu kopieren. Zuvor muss noch das Verzeichnis, in dem die Musik gespeichert werden soll, geändert werden, da Voyage MPD standardmäßig auf das Einbinden von externen USB-Laufwerken als Musikspeicher eingestellt ist. Hierfür werden die Verzeichnisse "/audio/musik" und "/audio/playlist" angelegt und mit den entsprechenden Rechten versehen:
mkdir /audio
mkdir /audio/music
mkdir /audio/playlist
chmod 777 /audio/music
chmod 777 /audio/playlist

Um auch später noch USB-Laufwerke ansprechen zu können wird der bei der Installation angelegte Link zum USB-Drive in das Musikverzeichnis verschoben:
cd /var/lib/mpd/music
mv usbmount /audio/music

Die Installation von Samba an sich geht dann ganz einfach
apt-get update
apt-get install samba

Nachdem Samba installiert ist wird das Verzeichnis, in dem später die HighRes-Musik-Dateien und die Playlisten liegen sollen über Samba verfügbar gemacht. Dazu wird die Samba-Konfigurations-Datei aufgerufen und editiert:
nano /etc/samba/smb.conf

Diese Datei wird am Ende um die folgenden Zeilen ergänzt
[music]
	path = /audio/music
	writeable = yes
;	browseable = yes
	guest ok = yes
	comment = Voyage
	wins support = yes
[playlist]
	path = /audio/playlist
	writeable = yes
;	browseable = yes
	guest ok = yes
	comment = Voyage
	wins support = yes	
Danach erfolgt der Neustrat von Samba mit service samba restart
Jetzt kann bequem von anderen Rechnern aus auf beide Verzeichnisse für das Überspielen der Hires-Files oder dem Sichern der Playlists zugegriffen werden.


3) Power-Button konfigurieren

Normalerweise wird Voyage MPD über das bowserbasierte Meshlium Frontend beendet. Will man den Musik-Server als per App ferngesteuertes HighEnd-Gerät in die Anlage integrieren und klassisch über den Ein/Aus-Schalter ausschalten, muss man ACPI einrichten:
apt-get update
apt-get install acpi
apt-get install acpid (hier durch evtl. auftretende Fehlermeldungen nicht verunsichern lassen).

Jetzt wechselt man in das Verzeichnis
cd /etc/acpi
und legt mit
nano powerbtn.sh
die Datei "powerbtn.sh" an. Diese öffnet sich im Nano-Editor als leere Datei in die folgende Zeilen eingefügt werden
/sbin/shutdown -h now "Power button pressed"
exit 0
Die Rechte für diese Datei wie folgt festlegen:
chmod 755 powerbtn.sh

Danach in das Verzeichnis "/etc/acpi/events" wechseln und wie oben beschrieben die Datei "powerbtn-acpi-support" anlegen und wie folgt editieren:
event=button[ /]power
action=/etc/acpi/powerbtn.sh
Die Rechte für diese Datei müssen ebenfalls noch festgelegt werden:
chmod 755 powerbtn-acpi-support


4) MPD konfigurieren

MPD ist in de Voyage MPD Distribution eigentlich perfekt konfiguriert, für den Remote-Zugriff sollte aber folgende Anpassungen vorgenommen werden.

Aufruf der Konfigurationsdatei mit
nano /etc/mpd.conf

Hier die Verzeichnisse für die HD-Musik und die Playlisten ändern:
music_directory				"/audio/music"
playlist_directory			"/audio/playlist"
Damit sich die Datenbank beim Remotezugriff automatisch aktualisiert folgende Zeilen auskommentieren (= "#"-Zeichen löschen):
auto_update    "yes"
#
# Limit the depth of the directories being watched, 0 means only watch
# the music directory itself.  There is no limit by default.
#
auto_update_depth "3"
Ganz unten noch den "Mixer Type" disablen, sonst gibt es eine Fehlermeldung in der Log-Datei ("mixer: Failed to read mixer for 'My ALSA Device': no such mixer control: PCM")
mixer_type "disabled"
#mixer_type "hardware"
Danach kann das System rebootet und remote mit einer App bequem vom Smartphone oder Tablet-PC gesteuert werden.